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Regionale Klimamodellierung



Regionale Klimaprojektionen müssen vielen unterschiedlichen Bedürfnissen aus den Bereichen der Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gerecht werden. Die Ansprüche sind hoch und divers, weshalb mit den aktuellen Klimaprojektionen viele Fragestellungen (noch) nicht beantwortet werden können. Trotz großer Forschungsanstrengungen und voranschreitender Verbesserungen herrscht Ungewissheit über die Aussagekraft und Robustheit der Ergebnisse regionaler Klimasimulationen. Da regionale Klimafolgen- und Anpassungsforschung auf den Ergebnissen hochauflösender, aber mit Unsicherheiten behafteter Klimaprojektionen basiert, sind Nutzer aber auch Entscheidungsträger verunsichert hinsichtlich der Verwendung.

In Anbetracht eines zeitweilig intensiven, aber zum Teil bedenklich undifferenzierten Medienechos, und um einer Verunsicherung in den höchst unterschiedlichen Nutzerkreisen zuvorzukommen, hat das Nationale Komitee für Global Change Forschung (NKGCF) zwei Rundgespräche mit den an der Modellentwicklung Beteiligten und potentiellen Nutzern regionaler Klimaprojektionen veranstaltet. Die Rundgespräche sollten im Interesse einer weiteren Entwicklung der regionalen Klimamodellierung und ihrer Verwendung zum Nutzen von Umweltforschung, Politik und Wirtschaft klären, was die regionale Klimamodellierung leisten kann und muss, und was sie zur weiteren Erforschung und zum gesellschaftlichen Umgang mit dem Klimawandel beitragen kann.

Das im Mai 2008 in Göttingen durchgeführte erste Rundgespräch förderte den Austausch der bisherigen Erfahrungen der Nutzer regionaler Klimaprojektionen und der Klimamodellentwickler. Es wurden Anforderungen und Forderungen seitens der Nutzer und Klimamodellentwickler formuliert, welche im zweiten Rundgespräch (Hamburg, Juni 2009) wieder aufgegriffen wurden. Der Schwerpunkt des zweiten Rundgesprächs lag auf der Diskussion des Umgangs mit der Unsicherheit regionaler Klimaprojektionen. Da in der Forschung zum globalen Wandel ein großer Bedarf an handlungsorientiertem Wissen besteht, dessen erfolgreiche Umsetzung eine fächerübergreifende Herangehensweise erfordert, wurden alle aufgekommenen Fragestellungen aus einem inter- und transdisziplinären Blickwinkel betrachtet. Um dies zu erreichen, wurden neben Klimamodellentwicklern, Nutzer von Klimaprojektionen unterschiedlichster Forschungsbereiche (Naturwissenschaften, Sozialwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften), dem Ingenieurwesen und der Verwaltungsebene, auch Vertreter aus Klimaberatungseinrichtungen eingeladen.

Als Ergebnis der Rundgespräche wurde Anfang April 2010 ein Positionspapier und eine Informationsbroschüre veröffentlicht.

Fachbereiche: An den Rundgesprächen beteiligten sich Klimamodellentwickler und Klimamodell/-ergebnisanwender aus den Bereichen der Hydrologie, Umweltsystemforschung, Geographie, Umweltpsychologie, Meteorologie, Rechtswissenschaften, Politikwissenschaften, Soziologie, Ökonomie und Mathematik. Ferner waren neben Universitäten und Großforschungseinrichtungen Vertreter aus Institutionen wie Climate & Environment Consulting, BGS Umwelt, Münchner Rück, Climate Service Center, BMU, UBA, DWD, Bayerisches Landesamt für Umwelt, Müller-BBM, Landesamt für Umwelt NRW, Sächsisches Landesamt für Umwelt, BMBF und DFG vertreten.

Ansprechpartner: Prof. Dr. P.-T. Stoll, Prof. Dr. M. Schulz, Prof. Dr. W. Mauser, Prof. Dr. J. Alcamo


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