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Global Change Forschung – eine interdisziplinäre Aufgabe


Der Mensch beeinflusst durch sein Handeln erheblich das Erdsystem quer über Regionen, Grenzen und Kontinente hinweg. Ein großer Teil der Veränderungen steht in Wechselwirkungen zu den unterschiedlichsten Bereichen und beeinflusst letztendlich wieder die Aktivitäten des Menschen. Die Forschung zum globalen Wandel, verbunden mit demographischen Veränderungen, der Globalisierung der Märkte und den Veränderungen durch den Klimawandel, befasst sich mit diesen Themenkomplexen, wie Biodiversitätsverlust, Versauerung der Meere, Verwüstung, einschließlich deren Wechselwirkungen und Konsequenzen auf Gesellschaft und Natur, und versucht Lösungs- und Handlungsvorschläge zu unterbreiten.

Aufgrund der vielfältigen Interaktionen und mit der Vision ein Gesamtbild der Funktionen und Wechselwirkungen zwischen Mensch und Natur zu erhalten, überschreitet die anwendungsorientierte Global Change Forschung die traditionellen Grenzen der Forschungsdisziplinen. Grenzen überschreiten, heißt aber auch Methoden entwickeln und Skalen definieren, welche ein gemeinsames Arbeiten zwischen Naturwissenschaftlern, Sozialwissenschaftlern/Gesellschaftswissenschaftlern und Geisteswissenschaftlern und auch der jüngeren Wissenschaftsdisziplinen, wie die der Ingenieurswissenschaften und Agrarwissenschaften, ermöglichen. Diese interdisziplinäre und integrative Herangehensweise der Forschung zum globalen Wandel hat das Ziel, Erkenntnisse über gesellschaftliche Probleme oder Themen des globalen Wandels zu gewinnen und Lösungsansätze zu finden.

Um die Forschung zum globalen Wandel auf globaler Ebene koordiniert anzugehen, wurden vor rund 15 Jahren vier internationalen Global Environmental Change (GEC) Programme unter dem Dach von ICSU etabliert: IHDP (mit Fokus auf sozial- und politikwissenschaftliche Interessen und Kommunikation), IGBP (mit Fokus auf biogeochemische Prozesse und Interaktionen), WCRP (mit Fokus auf Klimamodellierung) und DIVERSITAS (mit Fokus auf Biodiversitätsaspekten). Schon bald wurde die Notwendigkeit der gemeinsamen Bearbeitung bestimmter Themenfelder erkannt, weshalb die Mitglieder der vier GEC Programme im Jahr 2001 die Gründung der Earth System Science Partnership (ESSP) beschlossen. Die „joint projects“ von ESSP sind verstärkt auf die interdisziplinäre und integrative Bearbeitung von Themen, wie Kohlenstoffhaushalt (GCP) und Wasser (GWSP), ausgerichtet.