Nationale News
Mai 2012
Unter dem Motto "Unsere Erde 2050" startet das BMBF einen Essay-Wettbewerb mit "Welt" und "Welt am Sonntag"
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Mai 2012
Mit dem Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) soll in Mitteldeutschland eine Drehscheibe der internationalen Biodiversitätsforschung entstehen
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Mai 2012
10 May 2012: Deadline for submission of full paper for the 6th International Congress on Environmental Modelling and Software (iEMSs) from 1 to 5 July 2012 in Leipzig.
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Mai 2012
Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle sucht weitere Experten für die Mitarbeit bei Berichten der IPCC-Projektgruppe zu nationalen Treibhausgasinventaren
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Mai 2012
2nd GEOSS Science and Technology Stakeholder Workshop GEOSS: Supporting Science for the Millennium Development Goals and Beyond from 28 to 31 August 2012 in Bonn
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Internationale News
May 2012
3rd – 7th December 2012: Special Workshop on Climatic Effects of Ozone Depletion in the Southern Hemisphere: Assessing the evidence and indentifying gaps in current knowledge in Buenos Aires, Argentina.
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May 2012
20th July 2012: Closing date for submission of Pre-proposals to the Belmont Forum International Opportunities Fund
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May 2012
15 May 2012: Abstract submission deadline for the 2012 DFG-NSF Research Conference which will be held from 3 to 5 October 2012 in Washington, DC, USA.
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May 2012
IPBES is now established and will Bonn, Germany will host its secretariat.
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(Diskussionsforum für Rio+20)
4. Nationales Kolloquium
Das 4. Nationale Kolloquium des NKGCF (3.-4. April 2008, Bad Honnef) widmete sich der breiten Diskussion des Themas "Umgang mit dem Klimawandel – Landnutzung im Spannungsfeld von Ressourcenschutz, Nahrungs- und Energienachfrage".
"Umgang mit dem Klimawandel" ist ein vom NKGCF vorgeschlagenes Nationales Forschungsprogramm, mit dem Inhalt, eine koordinierte Untersuchung regionaler Landnutzungskonflikte in sogenannten "Hot-Spot"-Regionen anzugehen. Das Ziel des Nationalen Forschungsprogramms ist es, Strategien zu entwickeln, die speziell mit den regional auftretenden Konflikten und der möglichen nachhaltigen Gestaltung der Landnutzung zusammenhängen. Es sollen neue, integrative Methodenansätze untersucht werden, die grundlegende regionale und globale Zusammenhänge zwischen Klimawandel und Landnutzungskonflikten untersuchen. Darüber hinaus gilt es, Handlungsoptionen im Hinblick auf künftige Landnutzungsoptionen zu erarbeiten und weiterzuentwickeln.
Aktuell
Gestützt durch die sehr positive Resonanz der Konferenzteilnehmer, wurde die Umsetzung des Nationalen Forschungsprogramms
"Umgang mit dem Klimawandel" im Jahr 2008 den zwei großen deutschen Forschungsförderern, BMBF und DFG, in einem offiziellen Schreiben empfohlen.
Die Umsetzung seitens des BMBF erfolgte bereits Ende 2008 als Förderbekanntmachung im Rahmenprogramm
FONA. Die Förderbekanntmachung
"Nachhaltiges Landmanagement" kann als Querschnittsthema der bisherigen BMBF Fördermaßnahmen gesehen werden, mit dem Ziel praxisorientierte Ergebnisse zu nachhaltigen Landnutzungsoptionen im Rahmen globaler Veränderungen zu liefern. Auch soll die Integration der Disziplinen aus den Bereichen der Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften gestärkt werden.
Seit Herbst 2010 werden zwei Module mit Forschungsschwerpunkten im Bereich „Wechselwirkungen und Abhängigkeiten zwischen Landmanagement, ökosystemaren Dienstleistungen und Klimawandel“ (Modul B) und „Systemlösungen für nachhaltiges Landmanagement“ (Modul B) gefördert.
Hintergrund des Nationalen Kolloquiums
Das 4. Nationale Kolloquium des NKGCF (3.-4. April 2008) in Bad Honnef widmete sich der Diskussion des Vorschlags für ein Nationales Forschungsprogramm mit dem Titel "Umgang mit dem Klimawandel – Landnutzung im Spannungsfeld von Ressourcenschutz, Nahrungs- und Energienachfrage".
"Umgang mit dem Klimawandel" ist ein vom NKGCF vorgeschlagenes Nationales Forschungsprogramm, das die wissenschaftliche Untersuchung regionaler Landnutzung zur Anpassung an und Vermeidung von Folgen des globalen Klimawandels fokussiert.
Die Landfläche ist eine endliche Ressource, auf welcher der Anbau von Nahrungsmitteln und Energiepflanzen, die Nutzung als urbane Fläche und der Erhalt von ökosystemaren Leistungen in Konkurrenz stehen. Der Mensch greift regional aktiv in die Landnutzungssysteme ein und verändert ökonomische und ökologische Bedingungen. Diese Veränderungen stehen in Wechselwirkung mit der globalen Ebene. Besonders in sensiblen Regionen können der Klimawandel und der Einfluss des Menschen drastische Folgen haben.
Thematischer Hintergrund:
Die Globalisierung der Weltwirtschaft und der Bevölkerungsanstieg beschleunigen die Veränderung der Landnutzung und intensivieren die Nutzung der Naturressourcen. Da die Landressourcen allerding begrenzt sind, entsteht ein Spannungsfeld zwischen den Nutzungsmöglichkeiten wie Nahrungsmittelproduktion, Energieversorgung (Erneuerbare Energien), urbanem Lebensraum und ökosystemaren Dienstleistungen. Besonders in regionalen Brennpunkten wird außerdem der anthropogen verursachte Klimawandel zu einschneidenden Veränderungen der Verfügbarkeit von Ressourcen führen und damit die Landnutzungspotenziale regional verändern. Diese Veränderungen stehen in Wechselwirkung mit der globalen Ebene.
Aufgrund der Bedeutung und der Komplexität des Forschungsthemas schlägt das NKGCF eine nationale Anstrengung und ein koordiniertes Vorgehen der in Deutschland vorhandenen Kompetenzen auf diesem Gebiet vor. Das NKGCF hat darüber hinaus einen Vorschlag zu Struktur und inhaltlicher Ausrichtung der dazu notwendigen fächerübergreifenden Forschung ausgearbeitet. Die Grundlage dafür bilden eine verbesserte Zusammenarbeit der Forschungsorganisationen (universitär und außeruniversitär) und eine Vernetzung der Forschungsförderer.
Im Rahmen des Kolloquiums wurde das Nationale Forschungsprogramm mit über
200 Teilnehmern aus der wissenschaftlichen Fachöffentlichkeit der Natur und Sozialwissenschaftler diskutiert. Während der zweitägigen Veranstaltung wurde der aktuelle Forschungsstand in unterschiedlichen Sessions (
Programm) und Posterbeiträgen vorgestellt, zukünftige Forschungsschwerpunkte sowie Inhalt und Ziele des Forschungsprogramms von diskutiert.
Nach positiver Aufnahme des
Vorschlags für ein Nationales Forschungsprogramm und erfolgreichem Abschluss des Kolloquiums wurden die Inhalte für die Teilnehmer in einem digitalen Tagungsband aufbereitet und die Ergebnisse der Diskussionen in den Vorschlag für ein Nationales Forschungsprogramm eingearbeitet. Die
Endfassung des Dokuments wurde im Mai 2008 der
Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) überreicht. Beide Forschungsfrderorganisationen arbeiten an einer möglichst zeitnahen und gemeinsamen Umsetzung des Forschungsprogramms.
Eckpunkte des Nationalen Forschungsprogramms
- Zielsetzung
Das Nationale Forschungsprogramm hat zum Ziel, Strategien zum Umgang mit dem Klimawandel speziell durch die Gestaltung der Landnutzung und der im Zusammenhang mit ihr auf der festen Erdoberfläche ablaufenden Prozesse zu entwickeln und zu validieren. Es sollen mit neuen, integrativen Ansätzen grundlegende regionale und globale Zusammenhänge zwischen Landnutzungskonflikten und Klimawandel untersucht und unter Berücksichtigung der Beteiligten und Betroffenen Handlungsoptionen zur zukünftigen Landnutzungsgestaltung erarbeitet und weiterentwickelt werden.
- Originalität
Thematisch:
"Umgang mit dem Klimawandel" stellt ein Forschungsprogramm dar, das erstmals die gezielte zukünftige Landnutzungsgestaltung unter den Gesichtspunkten des Klimawandels thematisiert. Ressourcenschutz, Nahrungs- und Energienachfrage werden dabei als konkurrierende Landnutzungsansprüche eingeordnet. Um der Komplexität des Themas gerecht zu werden, sieht das Nationale Forschungsprogramm eine integrative Bearbeitung über die Grenzen von Fachdisziplinen hinweg vor. Ziel ist es, grundlegende Untersuchungen zu regionalen Landnutzungskonflikten und zur wechselseitigen Beeinflussung regionaler und globaler Entwicklungen (u. a. Klima, Wirtschaft und Welthandel, Bevölkerung) sowie Lösungsstrategien mit einem hohen Grad an Interdisziplinarität zu erstellen.
Strukturell:
Die Bearbeitung des komplexen Themas erfordert ebenso eine fächerübergreifende Forschung unter Einschluss von Natur- und Sozialwissenschaften sowie die Bündelung der universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen und die Vernetzung der Förderung der deutschen Förderorganisationen.
- Inhalte
3.1 Thematische Hintergründe
Die Globalisierung der Weltwirtschaft und der Bevölkerungsanstieg beschleunigen die Veränderung der Landnutzung und intensivieren die Nutzung der Naturressourcen. Dies führt zu einer Verknappung der Ressource Land. Der anthropogen verursachte Klimawandel wird vor allem in regionalen Brennpunkten zu einschneidenden Veränderungen der Verfügbarkeit von Naturressourcen führen und damit die Landnutzungspotenziale regional verändern.
Die Nutzung der begrenzten Landoberfläche der Erde findet im Spannungsfeld zwischen Nahrungsmittelproduktion, Energieversorgung (Erneuerbare Energien), urbanem Lebensraum und ökosystemaren Dienstleistungen statt. Über die Nutzung der Landoberfläche wird heute vorwiegend nach einzelwirtschaftlichen Gesichtspunkten auf regionaler Ebene (Gemeinden bis Bundesstaaten) entschieden. Diese werden allerdings durch globale Faktoren, wie Klimawandel und Welthandel, in zunehmendem Maß beeinflusst und wirken in ihrer Summe auf den Klimawandel und die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung zurück.
Die Anpassung an den Klimawandel sowie die Ausschöpfung des der Landoberfläche innewohnenden Vermeidungspotenzials für den Klimawandel ist zukünftig nur durch eine gezielte, übergreifende Gestaltung der Landnutzung möglich. Sie muss konkurrierende Ansprüche berücksichtigen und im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung sicherstellen, dass die Funktionsfähigkeit der natürlichen Umwelt erhalten bleibt. Da eine Wechselwirkung zwischen der regionalen und globalen zukünftigen Entwicklung besteht, ist diese bei der Analyse zukünftiger Gestaltungsmöglichkeiten zu berücksichtigen. Benötigt wird Grundlagen-, Orientierungs- und Handlungswissen zur globalen wie regionalen Analyse der verfügbaren Gestaltungsmöglichkeiten der Landoberfläche sowie ihrer Effektivität und Effizienz. Aktuell bestehen Wissenslücken
(i) im methodischen Bereich der integrativen, disziplinübergreifenden Nutzungsanalyse,
(ii) im Prozessverständnis über die Faktoren und Entscheidungsmechanismen, wie Landnutzung unter Bedingungen des Klimawandels gestaltet wird und gestaltet werden könnte und welche Auswirkungen dies auf das Funktionieren der beteiligten Ökosysteme hat, sowie
(iii) auf welche Weise und mit welcher Wirksamkeit die Prozesse auf der Erdoberfläche so gestaltet werden können, dass sie nachhaltig zu den anzustrebenden Anpassungs- und Vermeidungszielen beitragen.
3.2 Thematische Schwerpunkte und Architektur
Das vorgeschlagene Nationale Forschungsprogramm soll sich in einem global aufgespannten Rahmen auf Fallstudien zu regionalen Brennpunkten des globalen Wandels konzentrieren. Folgende Kriterien stehen im Vordergrund des Forschungsprogramms:
Brennpunkte des globalen Wandels:
Das Forschungsprogramm soll sich auf Regionen konzentrieren, die vom globalen Klimawandel in besonderem Maß betroffen sind. Beispiele dafür sind Mitteleuropa, die Permafrostgebiete, die Randzonen der Trockengebiete oder hochdynamische Wachstumsregionen.
Landnutzungskonflikte:
Landnutzungsentscheidungen stehen aufgrund von Klimawandel und globalem Wandel im Spannungsfeld zwischen der Nutzung zur Nahrungsmittelproduktion, zur Energieversorgung (Erneuerbare Energien), als urbanem Lebensraum und dem Erhalt von ökosystemaren Dienstleistungen. Relevante Forschungsfragen sollen diese vier Konfliktpole aufgreifen.
Zeitskalen:
Das Forschungsprogramm soll sich mit der zukünftigen Entwicklung der Landnutzung beschäftigen und dafür globale und regionale Szenarien zugrunde legen. Die Untersuchungen sollen sowohl die kurzfristige (20 Jahre) wie auch die langfristig-perspektivische (50-100 Jahre) Zeitskala abdecken. Auf kurzfristiger und regionaler Ebene können beispielsweise die Realisierbarkeit politischer Beschlüsse zur Energie- und Emissionsvermeidungspolitik untersucht werden, auf langfristig-perspektivischer Ebene stehen mehr normative Fragestellungen nach der geeigneten regionalen Landnutzungsentwicklung im Vordergrund.
Globale Ebene:
Hier soll die Wechselwirkung zwischen globalen Einflussfaktoren auf die Landnutzung (u. a. Klimawandel und Welthandel) und die regionalen Entscheidungsmechanismen untersucht werden. Dies soll im Resultat zur Entwicklung gemeinsamer, globaler Zukunftsszenarien führen, die die Entscheidung auf der regionalen Ebene beeinflussen und Entwicklungen verändern.
Regionale Ebene:
Im Mittelpunkt steht die Erforschung regionaler Strategien zur Anpassung an die globalen Veränderungen (u. a. Klimawandel, Welthandel) durch Gestaltung der Landnutzung. Die Resultate der regionalen Anpassungsstrategien wirken wiederum u. a. durch veränderte Emissionen und Warenströme auf die globale Ebene zurück.
Bei der Bearbeitung der Forschungsfragen sollen deshalb regionale wie auch globale Aspekte in engem wechselseitigem Austausch stehen. Sowohl für die Bearbeitung der globalen wie auch der regionalen Komponenten sind umfangreiche Methodenentwicklungen notwendig, die die unterschiedlichen zu berücksichtigenden Prozesse, Kreisläufe, Naturressourcen, Handelsströme, gesellschaftlichen und kulturellen Faktoren sowie die Landnutzungskonflikte zwischen ökosystemaren Dienstleistungen, Nahrungsmittelproduktion, Energieversorgung und urbanem Lebensraum in ihrer Wechselbeziehung beschreiben und vorhersagbar machen können.
3.3 Möglichkeiten zur Umsetzung
Zur Umsetzung des Forschungsprogramms schlägt das NKGCF ein koordiniertes Vorgehen der beiden Forschungs-Förderorganisationen DFG und BMBF vor. Es berücksichtigt die organisatorischen Strukturen, die forschungspolitischen Schwerpunkte sowie die speziellen Fördermechanismen der jeweiligen Organisationen und stellt sicher, dass die unterschiedlichen Förderbereiche ihre jeweiligen Forschungsaktivitäten im nötigen Umfang miteinander verzahnen.
Globale und regionale Konsortien:
Konsortien stellen Zusammenschlüsse von Wissenschaftlern aus universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen dar. Die Forschungsansätze der Konsortien sind interdisziplinär angelegt. Notwendige sektorale Forschung leitet sich aus den Wissensdefiziten bei der Beantwortung der übergreifenden Forschungsfragen ab. Konsortien sollten im Rahmen der regionalen Fallstudien den frühzeitigen substanziellen Dialog mit den Stakeholdern gewährleisten.
Eine Struktur bestehend aus globalen und regionalen Konsortien (siehe Abbildung), welche Fallstudien im interdisziplinären Sinne durchführen, kann das Thema angemessen bearbeiten, wenn damit eine Berücksichtigung unterschiedlicher regionaler Brennpunkte gewährleistet ist. Die globalen Konsortien und regionalen Konsortien sollen gemeinschaftlich globale Zukunftsszenarien u. a. von Klima, Weltmarkt und Energieversorgung definieren. Sie sollen für die Entwicklung der Zukunftsszenarien und für die Untersuchung der Wechselwirkungen zwischen den globalen Szenarien und den Entwicklungen der regionalen Konsortien verantwortlich sein.

3-Phasenmodell zur Implementierung:
In der ersten Phase sollen die globalen Grundprinzipien und -annahmen für ein Zukunftsszenario gemeinsam erarbeitet und festgelegt werden. Die globalen Konsortien arbeiten in dieser Phase sehr eng mit den regionalen Konsortien zusammen. Diese konzentrieren sich parallel auf die Entwicklung und Validierung integrativer methodischer Ansätze und die Erhebung benötigter Daten. Das gemeinsam erarbeitete Zukunftsszenario dient als Rahmen für alle weiteren Aktivitäten der regionalen Konsortien.
In der zweiten Phase soll die Bedeutung der Rahmenbedingungen für die einzelnen Regionen herausgearbeitet sowie die Wechselwirkung zwischen globalen und regionalen Fragestellungen verstärkt angegangen werden.
In der dritten Phase steht die Erarbeitung, Validierung und Evaluierung von Ergebnissen gemeinsam mit regionalen Stakeholdern im Vordergrund.
- Rolle der Forschungsförderer und -einrichtungen
Die Relevanz und komplexe Natur des vorgeschlagenen Forschungsthemas und die Entwicklung handlungsorientierter, optimierter Lösungsansätze rechtfertigt ein konzertiertes Nationales Forschungsprogramm, das alle in Deutschland verfügbaren Kompetenzen zusammenführt. Es erfordert ein integratives, fächerübergreifendes Herangehen und ein abgestimmtes Zusammenspiel von Grundlagenforschung und angewandter Forschung.
DFG:
Im Rahmen des Forschungsprogramms wird im Bereich der Grundlagenforschung bzw. der angewandten Grundlagenforschung Forschungsbedarf in drei Feldern gesehen. Er liegt in
(i) der Untersuchung der natürlichen, klimawandel-relevanten Prozesse auf der Landoberfläche in regionalen Brennpunkten des Klimawandels,
(ii) in grundlegenden Fragen der Wechselwirkungsmechanismen zwischen der regionalen und globalen Entwicklung und
(iii) in den prinzipiellen Möglichkeiten und Grenzen in der Gestaltung der Landnutzung als Instrument der Anpassung an den Klimawandel.
Die DFG nimmt im Forschungsprogramm eine herausgehobene Stellung bei der Entwicklung des benötigten Grundlagenwissens zu Methoden und Ansätzen der Integration auf regionaler Ebene ein. Das NKGCF sieht darüber hinaus die Stärken der DFG im Forschungsprogramm in der Bündelung ortsverteilter Potenziale und der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses.
BMBF:
Im Rahmen des Forschungsprogramms bestehen Forschungs- und Entwicklungsaufgaben in der mehr anwendungsorientierten Identifikation und systematischen Untersuchung von Handlungsoptionen (im gesellschaftlichen, technologischen, ökonomischen und ökologischen Sinne). Die Erkenntnisgewinne aus der Integration der Disziplinen sollen zur Gestaltung einer gezielten nachhaltigen Landnutzungsentwicklung umgesetzt werden.
Der Beitrag des BMBF soll sich auf anwendungsorientierte Teilaspekte des Nationalen Forschungsprogramms konzentrieren, um Entscheidungsträgern das nötige Orientierungs- und Handlungswissen zur Verfügung zu stellen.
Außeruniversitäre Forschungseinrichungen:
Die Beteiligung der außeruniversitären Forschungsorganisationen bringt ein herausragendes Potenzial von Spitzenwissenschaftlern und Forschergruppen in das vorgeschlagene Programm ein. Außeruniversitäre Forschungsorganisationen stellen, wie Universitäten, potenzielle Kondensationskerne des Forschungsprogramms dar. Sie erlauben die gemeinsame Nutzung der Infrastruktur vorhandener Großgeräte, Satelliten, Messeinrichtungen und Großrechnerkapazitäten und ermöglichen durch ihre hohe fachliche Expertise gemeinsam mit den Universitären die bestmögliche Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses.
Geschichte des Nationalen Forschungsprogramms
2003: Auftrag für ein Nationales Forschungsprogramm
Auf Initiative von Bundesministerin Edelgard Bulmahn und DFG-Präsident Ernst-Ludwig Winnacker erhält das Nationale Komitee für Global Change Forschung (NKGCF) 2003 den Auftrag, zusammen mit weiteren Wissenschaftsinstituten und Forschungsförderern Vorschläge zur besseren Koordination der deutschen Global Change Forschung zu entwickeln.
Als Ziel wird die Konzeption eines Nationalen Forschungsprogramms vereinbart, dass alle Säulen der deutschen Forschungslandschaft im Bereich Global Change synergetisch zusammen führt.
2003/2004
Als Diskussionsansatz dient zu Beginn das bereits bestehende
Eckwertepapier für eine kohärente Forschungsstrategie zum Globalen Wandel. Das NKGCF richtet für die Diskussion eine Ad hoc-Arbeitsgruppe ("Frankfurter Runde") ein, in der u. a. Vertreter von Universitäten und Wissenschaftsinstituten (
Helmholtz-Gemeinschaft,
Leibniz-Gemeinschaft,
Max-Planck-Gesellschaft) sowie Vertreter der
Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mitwirken. Die Mitglieder sollen zum einen den notwendigen Beratungs- und Abstimmungsprozess zwischen den Beteiligten vorbereiten und strukturieren. Zum anderen sollen sie die von der Bundesministerin für Bildung und Forschung und der DFG angefragten Vorschläge zur besseren Koordination der Global Change Forschung erarbeiten.
Das NKGCF führt bis 2005 zahlreiche Koordinationsgespräche zur Erarbeitung einer kohärenten Nationalen Forschungsstrategie zum Globalen Wandel durch. Die Ergebnisse dieser Diskussionen werden nach Abschluss der Gespräche der Bundesministerin und dem DFG-Präsidenten vorgelegt. Diese stimmen beide darin überein, dass die Koordination der deutschen Global Change Forschung entsprechend dieser Empfehlungen gestärkt und ausgebaut werden soll.
Um eine breite Mitwirkung der beteiligten Fachcommunities zu gewährleisten, wird u. a. auf der NKGCF-Website ein Diskussionsforum eingerichtet. Dieses ermöglicht die frühzeitige Einbindung von Beiträgen aus unterschiedlichen Fachdisziplinen bereits während des Beratungsprozesses, so dass Anregungen und Vorschläge in die Textüberarbeitung einfließen können.
2005/2006
Die vom NKGCF erarbeiteten Vorschläge werden in der "Koordinationsgruppe zum Globalen Wandel" diskutiert. Die Ergebnisse der Beratungen werden Mitte 2005 im
"Positionspapier für eine kohärente Forschungsstrategie zum Globalen Wandel" zusammengefasst und veröffentlicht. Das Papier enthält die Ausformulierung der angestrebten globalen und regionalen Forschungsziele und legt damit den inhaltlichen Rahmen für die künftige deutsche Global Change Forschung fest.
In den folgenden Monaten werden bis Ende des Jahres 2006 die Inhalte für ein Nationales Forschungsprogramm in der "Koordinierungsarbeitsgruppe zum Globalen Wandel" diskutiert und ausgearbeitet. Mit dem Ziel einzelne Wissensbereiche verstärkt weiter zu entwickeln und mögliche Schwerpunkte für eine die Institutionen übergreifende Global Change Forschung auszuloten, werden im November 2006 Rundgespräche zu den Themen Permafrost, Trockengebiete und Landnutzungskonzepte erfolgreich durchgeführt.
2007/2008
Im März 2007 wird als nächster Schritt ein Vorschlag für eine
Nationale Forschungsinitiative formuliert und Bundesministerin Annette Schavan und DFG-Präsident Matthias Kleiner vorgelegt. Nach positivem Feedback seitens des BMBF und der DFG wird der Inhalt der Forschungsinitiative von den Mitgliedern des NKGCF weiter konkretisiert.
Auf der Grundlage des im Frühjahr vorgelegten Papiers unterbreitet das NKGCF im Mai 2007 der DFG und dem BMBF seine Empfehlung für ein
Nationales Forschungsprogramm mit dem Titel "Umgang mit dem Klimawandel – Landnutzung im Spannungsfeld von Ressourcenschutz, Nahrungs- und Energienachfrage".
Das Konzept des Forschungsprogramms zielt darauf ab, die Entwicklung von integrativen Handlungsstrategien zur Vermeidung von Ursachen (mitigation) und Anpassung an die Folgen des Globalen Wandels (adaptation) zu entwickeln. Zur Umsetzung sollen die vorhandenen universitären und außeruniversitären Forschungskompetenzen auf diesem Gebiet gebündelt werden. Als weiteres wichtiges Ziel wird die enge Verbindung von Grundlagen- und anwendungsorientierter Forschung formuliert.
Auf Wunsch von BMBF und DFG erfolgt eine Konkretisierung des Konzepts in einem vom NKGCF umfassend
ausgearbeiteten Papier, in dem Ziele, Rahmenbedingungen und Architektur des Forschungsprogramms sowie Forschungsschwerpunkte, die Rolle der Forschungsförderer und die Schritte zur Implementierung beschrieben werden. Die Einbeziehung der wissenschaftlichen Fachcommunity erfolgt im Frühjahr 2008 im Rahmen des 4. NKGCF-Kolloquiums (3.-4. April 2008, Bad Honnef).
Unter Berücksichtigung der Diskussionen während des Kolloquiums wird das Konzept für das
Nationale Forschungsprogramm erweitert und am 25.Mai 2008 dem DFG-Präsidenten und der Bundesministerin für Bildung und Forschung übergeben.