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Geo-Engineering / Climate-Engineering


Climate-Engineering – Verantwortungsinitiative der Wissenschaften


Die Vision eines „Climate-Engineering“ wird in der klimapolitischen Debatte neben der Vermeidung von Treibhausgasen und der Anpassung an den Klimawandel zunehmend als dritte Option diskutiert. „Climate-Engineering (CE) kann definiert werden als die gezielte und absichtliche Veränderung der Natur in der Größenordnung des Planten (Keith, 2000). Unter CE werden in der Regel zwei Strategien verstanden: Die Entnahme von CO2 aus der Atmosphäre mit technischen Mitteln und die Beeinflussung des Strahlungshaushaltes der Erde (The Royal Society, 2009).

Angesichts der Zweifel an der Verabschiedung eines internationalen Abkommens mit ambitionierten Klimaschutzzielen könnten Optionen des CE in nächster Zeit noch stärker ins Zentrum des Interesses rücken. In der Wissenschaft wird das Thema CE kontrovers diskutiert. Einerseits scheinen einzelne Technologien des CE mit geringen Kosten der Umsetzung verbunden zu sein, andererseits sind Risiken und langfristigen Folgen von CE bislang kaum abschätzbar. Darüber hinaus wird befürchtet, dass CE im politischen Prozess den Vorzug vor dem Klimaschutz durch Emissionsminderung erhält.

Das NKGCF hat im letzten Jahr ein erstes Rundgespräch zum Thema „Geoengineering – Rolle der Wissenschaft“ durchgeführt. Die beteiligten Wissenschaftler waren sich einig, dass die verschiedenen Optionen des CE noch nicht ausreichend untersucht wurden, um ein Urteil über deren Rolle im Klimaschutz fällen zu können. Angesichts der bisher wenig erforschten Risiken sehen sie weiterhin einen Vorrang bei der Vermeidung der Emissionen von Treibhausgasen und den Anpassungsmaßnahmen an den nicht mehr vermeidbaren Klimawandel. Angesichts der Komplexität der möglichen Auswirkungen von Eingriffen in das gesamte Klimasystem und angesichts der großen gesellschaftlichen Auswirkungen sollen nach Ansicht der Teilnehmer in einem interdisziplinären Forschungsvorhaben die Risiken von CE untersucht werden.

Um den Prozess der wissenschaftlichen Erforschung von Chancen und Risiken von CE weiter voranzubringen wurde unter dem Thema „Climate-Engineering – Verantwortungsinitiative der Wissenschaften“ am 2./3. März 2010 in einem 2. Rundgespräch der interdisziplinäre Dialog fort gesetzt. Dringliche Forschungsfragen, welche aus Sicht der Natur- und Gesellschaftswissenschaften stellen, wurden diskutiert und ausgearbeitet. Geprägt wurde in diesem Zusammenhang der Begriff des „iterativen interdisziplinären Informationsaustausches“ auf dessen die zukünftige Forschung zu CE bauen sollte.

Aufbauend auf den Rundgesprächsergebnissen, plant eine Gruppe interdisziplinärer Wissenschaftler aktuell die Beantragung eines DFG-Schwerpunktprogramms. Der Antragsentwurf wird im September 2010 der Öffentlichkeit vorgestellt (siehe KEI Kolloquium unten).

Fachbereiche: Auf den Rundgesprächen waren Wissenschaftler aus den Fachbereichen Philosophie, Meteorologie, Ökonomie, Politikwissenschaften, Jura, Sprach- und Literaturwissenschaften, Biologie Physik, Chemie, Umweltethik, Geographie, Meeresbiogeochemie, Sozialforschung sowie Governance vertreten. Ferner waren Vertreter des BMBF, der DFG, des VDI Technologiezentrum, DLR Projektträger, WBGU, Kieler Earth Institut (KEI) und Institut for Advance Studies for Sustainability (iESP) beteiligt.

Ansprechpartner: Prof. Dr. M. Visbeck, Prof. Dr. G. Klepper, Prof. Dr. U. Platt


Unterlagen zu den Rundgesprächen:

  • Literaturübersicht (pdf)
  • The Debate on Geoengineering: Arguments, Risks and Consequences (Zusammenstellung des NKGCF Sekretariats) (pdf)


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